Futtertiere selber züchten

Hier finden Sie Anleitungen für Mehlwürmer, Grosse Wachsmotte, Argentinische Schaben um diese selbst zu züchten!

Mehlwürmer

Zur Zucht eignen sich steilwändige Plastikbehälter ab einem Volumen von ca. 10 l, die mit einem Deckel verschlossen werden, in dem sich eine grosse, gazebespannte Lüftungsöffnung befindet. Optimal läuft der Zuchtbetrieb bei 28 und 30 C. Auf den Boden des Behälters gibt man eine mindestens  2 cm hohe Schicht aus  Semmelbrösel, Weizenschrot, Haferflocken und Mehl zu gleichen Teilen. Alle Zutaten werden gründlich verrührt, das Ergebnis wird gleichmässig über den Boden gestreut. Als Feuchtfutter bietet man täglich frische Karottenscheiben an, die mit Kalzium oder gemahlenen Sepiaschulp bestreut wurden am besten in separaten Schalen, damit die Kleie-Brot-Masse nicht feucht wird. Kurze Zeit später nachdem die Käfer in die Zuchtbehälter gesetzt wurden, beginnen diese, ihre Eier im Substrat abzulegen, das schon bald von winzigen, etwa 2-3mm  langen Larven wimmelt. Bei ausreichender Fütterung erübrigt es sich, sie von den Elterntieren zu trennen zumal Letztere nur etwa einen Monat alt werden. Das Wachstum der Larven verläuft unter günstigen Umständen sehr rasant, dass man schon binnen Monatsfrist einen Teil abschöpfen und als Futter verwenden kann. Ein vollständiger Entwicklungszyklus beansprucht unter optimalen Bedingungen etwa ein Vierteljahr.

Argentinische Schabe

Als Zuchtkästen eignen sich alle dicht schliessenden Plastikbehälter ab 10l Volumen und entsprechende silikongeklebte Glasbecken. An mindestens einer Seite und im Deckel müssen mit feinem Fliegendraht verschlossene Lüftungsschlitze vorhanden sein. Besonders gut bewährt haben sich grosse Fauna-Boxen und ähnliche Behältnisse. Die ideale Zuchttemperatur liegt bei 28-32 C. Für einen Zuchtansatz benötigt man mindestens etwa 30 Weibchen und 15 Männchen je mehr desto besser, denn diese Art hat einen sehr langen Entwicklungszyklus. In Abständen von ca 6 Wochen legen die Weibchen je eine Ei-Kapsel, aus der später 15-30 Junge schlüpfen. Die Entwicklung bis zur Geschlechtsreife dauert ca 4-6 Monate. Auf den Boden des Zuchtbehälters kommt eine 2-3cm hohe Schicht Hundeflocken. Darüber legt man als Versteck mehrere übereinandergestapelte Eierkartons. Alle 3-4 Tage erhalten die Tiere etwas Feuchtfutter. Zur Ernährung eignet sich praktisch alles. was in der Tierhandlung allgemein üblich ist z.B. Mäusefutter. Als Feuchtfutter bekommen sie Obst. Salate, Löwenzahn, Karotten usw. Bei genügend Mengen erübrigt sich eine Wassertränke. Da die Entwicklung sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, sollte man die ersten Tiere erst entnehmen, Wenn eine Generationsfolge abgeschlossen ist.

Grosse Wachsmotte

Wachsmotten lassen sich gut in handelsüblichen Glas oder Plastikaquarien oder Kleintierboxen züchten, aber auch Eimer und Blechdosen, mit einem dicht schliessenden Deckel. Die Belüftungsöffnung muss mindestens 1/3 der Deckelfläche ausmachen und sollte mit Metallgaze (Maschenweite maximal 0.4 mm) bespannt werden. Sehr gut sind auch Einmachgläser (Volumen 1 Liter) mit zweiteiligem Deckel. Der mittlere Teil der Oberseite des Schraubverschlusses besteht aus einer schwach gewölbten Blechscheibe die zwischen Glasrand und Schraubverschluss liegt. Klebt man an ihrer Stelle mit Silikon oder Heißkleber ein entsprechend grösseres Stück feinmaschiger Metallgaze an die Innenwand des Gewindeteils, so erhält man einen gleichermaßen gut belüfteten und ausbruchsicheren Zuchtbehälter. Wachsmotten lassen sich am besten in dunklen Räumen bei Temperaturen zwischen 25 und 30 C züchten. In den Behälter gibt man nun klein gebrochene, alte Bienenwaben, die man von Imkern bekommt. Die Waben werden vor ihrer Verwendung mehrere Tage im Tiefkühlfach von Parasiten wie befreit. Ein Weibchen kann insgesamt bis zu 800 Eier legen, aus denen nach 5-8 Tagen die kleinen Raupen schlüpfen. Diese wachsen in zwei bis dreieinhalb Wochen zu ihrer vollen Größe von 24-28 mm heran. Die für Nachtfalter typische, maximal 9 mm lange und von einem zähen Kokon aus silbrigen Gespinstfäden umgebene Mumienpuppe ist hellgelb und verfärbt sich später kastanienbraun. Nach etwa anderthalb Wochen schlüpft der fertige Falter. Die Gesamtdauer des Entwicklungsprozesses beträgt sechs Wochen. Wenn die Zucht gut läuft, produzieren die Tiere eine Eigenwärme von mehreren Grad sodass sich die Temperatur im Gefäss erhöht. Wenn kein ausreichender Luftlaustausch stattfindet, bildet sich sehr schnell Schwitzwasser, was zu unerwünschten Milbenbefall sorgt. Die Lüftung darf nicht zu klein bemessen sein. Zuchtansätze bekommt man in vielen Zoofachgeschäften. Folgende Nahrungmischung hat sich bewährt: 500g flüssiger Bienenhonig auf 35C erwärmt, 500g Glyzerin, 200g Bierhefe, 200g Magermilchpulver, 200g Weizenkeime, 2kg Weizenkleie, 500g Haferflocken. Im ersten Arbeitsschritt werden der flüssige Honig und das Glyzerin mit einer Küchenmaschine gründlich verrührt. Danach gibt man die übrigen Zutaten hinzu und durchmischt das Ganze so lange, bis eine leicht krümelige Masse entsteht. Die fertige Masse lässt man etwa drei Tage zum Aushärten stehen. Danach erstellt man verbrauchsgerechten Portionen die man direkt verfüttert oder einfriert. Der Auftauprozess muss behutsam und bei etwa 30*C passieren, da ansonsten der beim einfrieren kristallisierte Zucker für die Larven nicht genießbar ist. Die fertige Masse wird nun etwa 4 cm hoch auf den Boden des Zuchtgefäßes gegeben, das man anschliessend mit einem Zuchtansatz von etwa 20 Wachsmotten besetzt. Am besten bereitet man in regelmäßig und kurzen Abständen neue Ansätze vor. Somit stehen in Zukunft permanent Motten und Larven aller Größen zur Verfügung. Die ausgewachsen Raupen kriechen auf der Suche nach einem geeigneten Verpuppungsplatz an der Oberfläche des Futtersubstrats herum, wo man sie leicht wegnehmen kann. Auch in den ersten Tagen nach der Bildung des Kokons lassen sich die Larven unbeschädigt aus der Gespinsthülle lösen und verfüttern.